Heiß laufen

30.07.2018

Dem Mann mit dem Hammer ist jeder schon einmal begenet, denjenigen, der am Regler für die Temperatur sitzt, noch niemand. Derweil kann man dem einem wie auch dem anderen ein Schnippchen schlagen und aus Teufels Küche auch wieder rauskommen. Hier für die heißen Rennen die besten Tipps.

 

Glücklicherweise haben wir Menschen eine eigene Klimaanlage und die funktioniert ganz einfach mit Wasser und über das Schwitzen. Wenn dieser natürliche Kreislauf ins Stottern gerät, dann ist es wie mit einem Motor, der in den roten Bereich kommt.

 

Sprich, wir funktionieren am besten bei einer Körpertemperatur um die 37 °C. Bereits bei einem Grad darüber oder darunter müssen wir enorm viel Energie aufwenden, damit wir wieder in den optimalen Leistungsbereich kommen, andernfalls bleiben wir auf der Strecke.

 

1. „Funktionstextilien“, die den Schweiß möglichst schnell von der Haut abtransportieren, sind… absolut kontraproduktiv. Denn ohne Schweiß keine Verdunstungskälte, ergo Temperaturanstieg und mit Fieber läuft es sich sehr schlecht.Wir müssen also einerseits Wärme abführen – insofern prüfen, ob sich unter einer Mütze möglicherweise ein Hitzestau bildet? – und andererseits die Feuchtigkeit auf der Haut halten.Optimal eignen sich dafür gestrickte, in (kaltes) Wasser getauchte Ärmlinge (siehe Schwammeffekt). Klingt komisch und deshalb einfach einmal ausprobieren.

 

2. Jede Quelle nutzen. Wichtig ist, die Strecke und den Trail zu kennen und zu wissen, wann es wo Wasser zum Nachfüllen und Kühlen gibt. Aus diesem Grund mit zwei Flaschen unterwegs sein: In eine kommt ein Sportgetränk, in die andere Wasser, das ab und zu über den Kopf und Nacken geschüttet werden kann.

 

3. Apropos Trinken. Isotonisch ist gut, hypertonisch noch viel besser, denn mit zunehmender Dauer wird unser Blut „dicker“. Ist die Teilchenstruktur des Getränks nun groß, bleibt es bildlich gesprochen hängen, ist sie klein und damit das Ungleichgewicht zum Blut hin groß, wird sie aufgesogen.
Das heißt auch, Cola ist aufgrund seines hohen Zuckeranteils kurzfristig gut, trägt aber nichts zum Flüssigkeitshaushalt bei.

 

4. Je näher wir an unsere Leistungsgrenze kommen, desto sensibler reagiert unser Körper. Das heißt, eine sonst normale Magnesiumzufuhr wirkt sich jetzt stärker muskelentspannend aus. Und das betrifft auch mit allen Folgen den Darm.

Außerdem Säurehaltiges meiden, denn im Extremfall kann es tatsächlich zu Löchern im Magen führen.

 

5. Gerade wenn wir viel Schwitzen, verlieren wir auch viel Mineralien (salziger Geschmack auf der Haut) und die gilt es konsequent nachzuführen. Der Einfachheit mit Salztabletten operieren, auch ein Stück Parmesan oder salzige Suppe tun gut.

 

6. Der Schutz vor der Sonne wird mit dem Klimawandel immer wichtiger, auch weil wir mit einem Sonnenbrand den Schweißmechanismus der Haut gefährden. Gleiches gilt auch, wenn wir mit zu viel Sonnencreme ein Schwitzen unterbinden. Deshalb siehe oben, am besten Ärmlinge und nur im Nacken und Gesicht, vor allem aber die Ohren und Nase stark eincremen.

 

7. Jeden Schatten nutzen, auch wenn dadurch der Weg auf der Kurvenaußenbahn länger wird. An den Verpflegungspunkten sofort Wasser über den Kopf und bei den Schwämmen zugreifen. Gibt es Eis, in dem zum Beispiel Getränke gekühlt werden, noch besser. Dort die Ärmlinge eintauchen und dann Würfel einstecken.

 

8. Kühlen Kopf bewahren. Wie gesagt, bei Hitze und steigender Körpertemperatur durch Muskelarbeit wird es schwierig die Pace zu halten. Aber das geht allen anderen um Dich herum auch so. Deshalb auf das eigene Körpergefühl achten, rechtzeitig runter vom Gas und im Wöhlfühlmodus stetig vorankommen, also zu überhitzen und liegen zu bleiben.

 

9. Da sich unser Körper an Höhe genauso wie an Hitze gewöhnen kann, rechtzeitig anreisen und sich akklimatisieren. Dies gilt insbesondere für Wüstenrennen und Läufen im Frühjahr in südlicheren Breiten. Hier freuen wir uns auf angenehme, warme Temperaturen um die 20 Grad, doch nach einem langen Winter brauchen wir dafür entweder vorher Zeit oder wir verlieren sie im Rennen.

 

10. Im Ziel zum Runterkühlen und Erholen die Beine in einen kalten Brunnen stecken, parallel Wasser- und Kohlenhydratspeicher auffüllen, das Erlebte Revue passieren lassen und stolz auf das Geleistete sein.

 

 

 

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